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Stiftungszweck

... Unser gesamtes Erbe soll zu einer Hindemith Stiftung umgewandelt werden, deren Haupttätigkeit darin bestehen soll, den musikalischen und literarischen Nachlass Hindemiths zu betreuen und das Archiv, das ich in unserem Haus in Blonay anzulegen begonnen habe, weiter auszubauen...

In ihrem Testament vom 4. Dezember 1966 hatte Gertrud Hindemith bereits in groben Zügen den Zweck einer Hindemith-Stiftung umrissen, die Aufbewahrung und Auswertung des Nachlasses ihres verstorbenen Mannes sollte das wesentliche Anliegen dieser Einrichtung ausmachen. Offensichtlich hatte Gertrud Hindemith jedoch vermutet, dass die finanziellen Mittel einer solchen Stiftung nicht ausreichen würden, um eine eigenständige Hindemith-Forschungsstätte zu unterhalten, denn sie schlug vor, die Dokumente aus Hindemiths Leben und Werk, die sie selbst bereits zusammengestellt hatte, einem Institut zu schenken, das die Pflege der wertvollen Quellen übernehmen wollte.
Nachdem Gertrud Hindemith am 13. März 1967 verstorben war vesammelte sich eine Gruppe von ihr im Testament vorgeschlagenen Freunde, um die Gründung der Stiftung in die Wege zu leiten. Schon im Januar 1969 konnte eine Satzung vorgelegt werden, die Gertrud Hindemiths Pläne für den Umgang mit dem Nachlass ihres Mannes aufgriff und folgendermaßen präzisiert:

Die Stiftung ist bemüht

- im Geiste Paul Hindemiths die Musik zu fördern und zu pflegen, ganz besonders die zeitgenössische Musik,
- die Werke Paul Hindemiths zu verbreiten und Verständnis für seine Kunst zu wecken,
- wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Musik zu veranlassen sowie die Veröffentlichungen und die Verbreitung der daraus entstehenden Arbeiten zu unterstützen.
- In politischer und religiöser Hinsicht ist die Stiftung neutral, und sie enthält sich jeder Verbreitung von fremden Meinungen auf dem Gebiet der Musik. Ihre Tätigkeit wird nicht durch nationale oder territoriale Grenzen eingeschränkt.

Der Stiftungsrat erweiterte den Tätigkeitsbereich der Stiftung gegenüber Gertrud Hindemiths Vorschlag um einen wesentlichen Faktor. Nicht allein der wissenschaftliche Umgang mit dem kompositorischen und musiktheoretischen Werk Paul Hindemiths wurde als künftige Aufgabe der Stiftung festgeschrieben, sondern auch die Pflege der Musikpraxis sollte ein Anliegen der Hindemith-Stiftung werden; schließlich begann Hindemith seine musikalische Laufbahn als Geiger und Bratscher und gilt als einer der großen Virtuosen des 20. Jahrhunderts.
Aus diesem Grunde errichtete die Stiftung gleich zwei dauerhafte Institutionen; sie unterhält in Blonay das Hindemith-Musikzentrum, das vor allem der musikalischen Praxis dient, und in Frankfurt/M. das Hindemith-Institut zur wissenschaftlichen Auswertung und Betreuung des Hindemith-Nachlasses.
Seit 1999 stehen Prof. Dr. Andreas Eckhardt (Bonn) und François Margot (Vevey) der Stiftung als Präsident bzw. Vizepräsident vor. Die Geschäftsstelle der Stiftung befindet sich in Blonay.

 

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