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Villa "La Chance" Obgleich
Paul Hindemith bereits im Herbst 1951 seine Lehrtätigkeit in Zürich
aufgenommen hatte, konnte er sich zunächst offensichtlich nicht entschließen,
endgültig nach Europa zurückzukehren und unterrichtete zunächst
auch weiterhin an der Yale University; am 2. Mai 1953 verabschiedete er
sich aber schließlich doch mit einer grandiosen Farewell-Party von
seinen Studenten in New Haven.
Beim Einzug in Blonay führten die Hindemiths in La Chance ihren
Besitz aus drei Lebensabschnitten zusammen; zu ihrem amerikanischen
Eigentum aus den gerade zurückliegenden Jahren in New Haven kamen einige
Dinge aus der Zeit des schweizerischen Exils und große Teile
ihres deutschen Besitzes, der die Bombenangriffe auf Berlin mit nur
geringen Schäden überstanden hatte. Wenige Tage nach dem
Umzug bemerkt Paul Hindemith in einem Brief an Karl Bauer, "es ist
sehr seltsam, sich nach so vielen Jahren wieder in seinem Eigentum
zu bewegen" und Gertrud Hindemith schildert der Frankfurter Pianistin
Emma Lübbecke-Job den Einzug in La Chance: "Zum ersten Mal seit
15 Jahren haben wir nun alles unter einem Dach vereint, wir haben
noch lange nicht alles fertig ausgepackt und untersucht. Es war eigenartig
eine längst begrabene Zeit wieder erstehen zu sehen, dutzende
von Gesichtern auf Photographien, an die man sich nicht erinnern kann
... da spürt man erst, welch tiefer Schnitt solch eine Emigration
bedeutet. Die alten Möbel haben am besten ausgehalten; trotz
Bomben und Wasser-Schäden sind sie herrlicher denn je und passen
gut in dies Haus, das ein Besitzer um 1900 mit Butzenscheiben und
sonstigen antikisierenden Attributen versehen hat."
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