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Geschichte und Entwicklung Die Geschichte und vor allem auch die Entstehung des
Hindemith-Musikzentrums, vormals Centre musical de la Fondation Hindemith
Chalet de Lacroix, sind eng mit dem amerikanischen Musikerehepaar Helen
und Howard Boatwright und mit Marius Décombaz, Notar in Vevey, verbunden.
All' diese Aktivitäten waren dem eingangs erwähnten Juristen
Marius Décombaz bekannt, nahmen doch die Boatwrights mit Hugues Cuenod
zusammen sofort mit ihm Kontakt auf. Als Testamentsvollstrecker und
langjährigen Vertrauten Gertrud und Paul Hindemiths interessierten ihn
diese Kurse sehr und in ihm reifte der Gedanke, das Chalet de Lacroix für
die Stiftung zu erwerben. Dadurch konnte der im Testament genannte
Stiftungsauftrag, auch im musikpraktischen Bereich tätig zu werden, ein
eigenes Haus finden: 1974 wurde zunächst ein erster Teil des Hauses von
einer der beiden Besitzerinnen gekauft, am 12. August 1976 ging der zweite
Teil und damit schließlich das ganze Chalet de Lacroix mit dem großen
Park von 17'000 m2, seinem alten Baumbestand und dem
unvergleichlichen Blick auf den Genfer See in den Besitz der
Hindemith-Stiftung über. Der zweite entscheidende Schritt der noch jungen
Hindemith-Stiftung, nach Eröffnung des musikwissenschaftlich
ausgerichteten Hindemith-Institutes in Frankfurt, war somit getan.
Schließlich konnte am 1. Juli 1978 die offizielle Einweihung des Hauses während der 10. Saison der "Journées Paul Hindemith" stattfinden. Das Konzert vom 30. Juni stand unter dem Titel "Hommage à Helen et Howard Boatwright à l'occasion de la 10e session de l'École Hindemith". Mit großem Idealismus und persönlichem Einsatz betreute Marius Décombaz selbst die ersten Kurse der Hindemith-Stiftung, bis der Andrang schließlich zu groß wurde und 1980 eine "résidente", eine "gute Seele des Hauses" in der Person von Anne-Charlotte Van Cleef für diese Aufgabe gefunden wurde. In den Folgejahren blühten die Aktivitäten des Hauses so
richtig auf: die Mitglieder des Stiftungsrates regten das Kommen vieler
berühmter Musikerpersönlichkeiten an. Neben den im zweiten Jahrzehnt
stehenden "Journées Paul Hindemith" mit Konzerten und
Vorträgen, wurden Kurse, Akademien und andere Veranstaltungen
durchgeführt. Außer den schon
genannten Helen und Howard Boatwright und Hugues Cuenod konnte das
Melos-, das LaSalle-, das Kreuzberger-, das Buchberger-Quartett, das
Quatuor Sine Nomine, Bruno Giuranna, Siegfried Palm, Saschko Gawriloff,
Johannes Goritzki, Karl Engel, die Musikwissenschaftler Andres Briner,
Alfred Rubeli, Bernhard Billeter, Theo Hirsbrunner, Kurt von Fischer,
Dieter Rexroth und Giselher Schubert gewonnen werden. Als weitere
Musikerpersönlichkeiten, die in Lacroix unterrichteten, sind Igor Ozim,
Walter Levin, Giacinto Caramia, Rocco Filippini, Bruno Canino, Gidon
Kremer, Thomas Hengelbrock und Edison Denissov zu nennen. Nach Blonay
kamen unter anderen das Freiburger Barockorchester, das Concerto Köln,
die Junge Deutsche Philharmonie, die Deutsche Kammerphilharmonie und das
Ensemble Contrechamp aus Genf .
Die noch immer zunehmenden Aktivitäten des Musikzentrums machten
den Bau eines weiteren Hauses notwendig: 1988 wurde der so genannte
"Pavillon", ein Gebäude mit 10 Doppelzimmern, einem
mittelgroßen Arbeits- und Konzertraum und zwei zusätzlichen Proberäumen
eingeweiht. Das Hindemith-Musikzentrum hatte dadurch seine heute bekannte
Größe erreicht.
Die "Résidente" der ersten zwanzig Jahre, Anne-Charlotte Van Cleef, kündigte ihren Weggang an, sie zog sich in den verdienten Ruhestand zurück und übergab ihre langjährige Wirkungsstätte an Samuel Dähler. Er leitete das Musikzentrum als Direktor vom 1. April 2000 bis zum 30. September 2003. Während dieser Zeit trug er auch die Verantwortung für die Inhalte der Kurse, erweiterte das Angebot des Musikzentrums und regte damit neue Gruppen an, nach Blonay zu kommen.
Seit dem 1. Januar 2004 leitet Marcel Lachat das Hindemith Musikzentrum in Blonay. Diese Tätigkeit bedeutet für ihn einerseits eine neue Herausforderung und Richtungsänderung seiner bisherigen beruflichen Laufbahn, andererseits jedoch auch eine gewisse Kontinuität in Bezug auf die ihm am Herzen liegende Gastfreundschaft.
Somit liegen die Direktion und die Koordination der verschiedenen Aktivitäten des Musikzentrums, seine Entwicklung und seine Verwaltung fortan in den Händen eines Hotelfachmanns, der für eine professionelle Führung und einen einwandfreien Unterhalt bürgt. Marcel Lachat freut sich, sein Wissen und Können sowie seine ganze Energie in den Dienst der Hindemith Stiftung zu stellen und dazu beizutragen, die Ausstrahlung vom Musikzentrum im In- und Ausland zu vergrössern.
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