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Schwerpunkte der Arbeit

Heute hat das Hindemith-Institut in Räumen der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt seine endgültige Bleibe gefunden. Im Auftrag der Hindemith Stiftung werden dort alle diejenigen Quellen aus Hindemiths Nachlass aufbewahrt, die der wissenschaftlichen Erforschung des Komponisten dienen, und der Bestand an Materialien kontinuierlich erweitert; denn bereits seit seiner Gründung sucht das Institut Kontakt zu anderen Archiven und zu Privatpersonen, in deren Besitz sich musikalische Quellen, Texte oder Briefe des Komponisten befinden können. So wurde der eigentliche Nachlass des Ehepaares Hindemith durch die Herstellung von Kopien, durch Ankauf oder auch durch zahlreiche Leihgaben und Schenkungen in den letzten Jahren wesentlich erweitert.
Neben der eigentlichen Archivierungsarbeit widmen sich die Mitarbeiter des Institutes der inhaltlichen Aufarbeitung der Quellen aus dem Nachlass und der Publikation eigener Forschungsarbeiten zu Hindemith.
Im Zentrum dieser Arbeit steht die Edition der Hindemith Gesamtausgabe, die bereits seit der inhaltlichen Planung des Projektes durch Kurt von Fischer und Ludwig Finscher als Herausgeber begleitet wird. Der erste Band der Edition erschien nur kurze Zeit nach der Gründung des Institutes im Jahre 1975, mittlerweile liegt nahezu die Hälfte der Kompositionen Paul Hindemiths in dieser neugestochenen kritischen Gesamtausgabe vor. Bei ihrer Fertigstellung, die um das Jahr 2025 zu erwarten ist, wird der Umfang der Edition auf ca. 60 Bände angewachsen sein.
Daneben veröffentlicht das Institut zwei wissenschaftliche Reihen, die der Forschung zur Musik des zwanzigsten Jahrhunderts gewidmet sind. Im Hindemith-Jahrbuch, das bereits seit dem Jahre 1971 erscheint, werden primär Dokumente der Hindemith-Forschung zusammengestellt. Neben Aufsätzen zu Hindemiths Leben und Werk sind hier auch historische Dokumente aus dem Nachlass des Komponisten veröffentlicht; einige Jahrgänge enthalten darüber hinaus aktuelle Bibliographien zu Paul Hindemith.
Im Gegensatz dazu beinhalten die Frankfurter Studien Aufsätze, die lediglich in indirektem Zusammenhang mit dem Werk Paul Hindemiths stehen, meist handelt es sich dabei um Vorträge zurückliegender Symposien, die das Hindemith-Institut in unregelmäßigen Abständen veranstaltet.
In neuester Zeit wurde als Ergänzung zu diesen Aufsatzsammlungen das Hindemith-Forum ins Leben gerufen, das über aktuelle Projekte im Konzertleben, über neue Publikationen und Veranstaltungen der Hindemith-Stiftung informiert.
Die Dokumente des Hindemith-Institutes stehen auch Gästen zur wissenschaftlichen Arbeit zur Verfügung. Allerdings sollte die schriftliche Anmeldung des Besuchs neben dem genauen Termin des Aufenthaltes auch bereits eine kurze Beschreibung des Forschungsinhaltes und des Forschungszwecks beinhalten. Alle Tondokumente aus dem Nachlass Paul Hindemiths wurden dem Deutschen Rundfunkarchiv, Frankfurt zur Kopie überlassen und dort mit den Dokumenten aus der deutschen Rundfunk-Arbeit zusammengeführt. Aus diesem umfangreichen Bestand fertig das Deutsche Rundfunkarchiv Überspielungen historischer und schwer zugänglicher Aufnahmen an.

 

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