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Geschichte und Entwicklung Nach Hindemiths
Tod im Dezember 1963 begann seine Witwe Gertrud die wertvollen Materialien,
die sich in ihrem letzten Wohnhaus in Blonay befanden, zu sichten, zu
ordnen und teilweise auch bereits zu vervollständigen. Als musikhistorisch
wertvollste Quellen unter diesen Dokumenten gelten die autographen Partituren
und Skizzen des Komponisten, die handschriftlichen Fassungen seiner musiktheoretischen
Schriften, seine autographen Werkverzeichnisse und die umfangreiche Korrespondenz,
die Hindemiths Bedeutung im internationalen Kulturleben deutlich widerspiegelt.
Daneben befanden sich in der Villa La
Chance in Blonay aber auch Zeugnisse seiner Tätigkeit als Interpret,
Hindemiths Musikinstrumente, Schallplatten, die er eingespielt
hatte, Programmzettel und Rezensionen seiner Konzerte,
es erhielten sich viele biographische Dokumente, wie Hindemiths Adressverzeichnis
aus den Jahren in Berlin, Photographien, Zeugnisse und Urkunden, Hindemiths
literarische Texte, unter anderem seine parodistischen Dramatischen Meisterwerke
aus den Jahren 1913-1920, die teils autobiographische Züge tragen,
aber auch Zeichnungen und Karikaturen des Komponisten.
Die Hindemith-Stiftung
entschied nach ihrer Konstituierung jedoch, diese Aufgabe selbst zu erfüllen,
und ergriff ein Angebot der Stadt Frankfurt am Main, das Institut dort
anzusiedeln. So wurde zunächst in den Räumen des ehemaligen
Palais Rothschild, mitten im Zentrum von Hindemiths ehemaligem Frankfurter
Wirkungskreis, ein selbständiges Paul-Hindemith-Institut eingerichtet,
in dem im Jahre 1974 zwei Musikwissenschaftler im Auftrag der Hindemith-Stiftung
ihre Arbeit aufnahmen.
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